Veranstaltungen
Seite ausdrucken
Text: Norbert Neupert
Theaterbesuch 2012
am Freitag dem 14. Dezember ging es ins Ohnsorg Theater nach Hamburg

Theatertag in kurzen Sätzen

Heute ist Freitag, der 14. Dezember und am Abend soll es mit dem VfL ins Ohnsorg Theater gehen. "Lögen hebbt junge Been" heißt das plattdeutsche Stück.

Tagesbeginn

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Ich stehe auf und wecke Chantal. Das Kind will kuscheln. Das ist ungewöhnlich für diese Zeit, denn sonst ist sie schon vor mir wach und hört Musik. "Fehlt Dir was?" frage ich. "Kopfschmerzen" kommt prompt als Antwort. Um 06:20 Uhr mache ich mich abfahrtsbereit. Freitags habe ich vier Stunden. Chantal weiß noch nicht ob Sie heute die Schule besuchen wird.

in der Schule

In der großen Pause habe ich Aufsicht auf dem Schulhof. Kurz vor Pausenende begleite ich einen angeschlagenen Fünfklässler zum Sani. Er ist beim Rutschen auf einer spiegelglatten Eisbahn gestürzt. Die Deckung aufgegeben und leicht abgelenkt trifft mich ein Schneeball ohne Absender im Nacken - nichts passiert.

Um 11:10 bin ich schon im Auto und verlasse den Parkplatz. Da fällt mir ein: "Ich wollte noch eine VHS-Kassette mitnehmen und digitalisieren. Also noch mal kurz ins Schulgebäude. Vor der Tür des Sammlungsraumes bemerke ich, dass mein Schulschlüssel noch im Auto liegt. Nach endlosen Minuten rettet mich ein Kollege aus meiner peinlichen Situation. Ich schnappe mir die Kassette und fahre in aller Ruhe nach Hause.

wieder daheim
Chantal liegt noch im Bett und schläft. Das Kind ist also tatsächlich krank. Essen mag sie auch nicht. Ich gebe ihr eine Kopfschmerztablette. Dann öffne ich die Post und checke meine E-Mails. Chantal ist ungewöhnlich ruhig und wird nicht mitkommen. Bevor ich mich auf die Socken mache möchte ich noch Fiber messen - denn ich mache mir etwas Sorgen.
Fiber messen wie es in unserer Familie seit Generationen überliefert ist.
Also ab in den Po damit. Chantal quietscht. "Das kommt gar nicht in Frage!"
Dann wird die Achselmethode angewandt. Ein paar Minuten später lese ich die Temperatur ab und errechne den tatsächlichen Wert - 39 Grad.
Das Kind braucht also ein warmes Bett und Ruhe.

die Anreise
Ich mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Es ist kalt aber trocken. Pünktlich um 16:10 läuft der Zug ein. Ein Teil der Theaterfreunde ist schon in Rotenburg zugestiegen - doch in welchem Wagen und oben oder unter. Ich gehe strategisch klug vor und steige in den ersten Wagen, um mich erstmal durch die unteren Bereiche durchzuschlagen, denn meine Erfahrung sagt mir, dass ältere Menschen (ha! ha!) die Treppen ins obere Abteil scheuen.

Der Zug ist ziemlich voll und nicht jeder bekommt einen Sitzplatz. Das ist Freitags um diese Zeit immer so, sagt mir später ein Fahrgast! Im dritten Wagen werde ich fündig.
Bodo winkt mir zu. Auch Wilhelm, Rüdiger, Sabine, Gerd und weitere Vereinszugehörige befinden sich locker verteilt in diesem Wagon. Eine große Reisetasche bietet mir ihren Platz in der Nähe an - danke.

Am Hauptbahnhof Hamburg wollen wir Christian, den Organisator dieser Tour treffen. Der Bahnsteig hat 2 Ausgänge! An einem wartet Christian und am anderen Ende hat er Sabina postiert - clever! Sabina entdeckt uns, holt Christian und der ganze Trupp bewegt sich in Richtung "Laufauf", der Wirtschaft, in der Christian für uns Plätze reserviert hat.

im Restaurant
Im "Laufauf" werden schnell die Getränke bestellt. Das Essen wurde schon vorbestellt und wir müssen nicht lange auf die köstlichen Speisen warten. Inzwischen haben sich weitere Theaterfreunde eingefunden. Das Essen in diesem Restaurant schmeckt allen sehr gut. Ich bestelle ein zweites Bier - Jever vom Fass. Nach diesem ausgiebigen Mahl  machen wir uns auf den Weg zum Theater. Dabei geht es direkt über den Weihnachtsmarkt.

im Theater
Am Eingang wird noch ein schnelles Foto für das Internet geschossen. Sabine huscht blitzschnell zur Seite - fotoscheu.
Ich möchte meine Jacke mit in den Saal nehmen, da ich darin viele wichtige Dinge aufbewahre, die ich eventuell benötige. Garderobe muss aber abgegeben werden. Das ist eine Brandschutzauflage, sagt der Türsteher.
Wenn es brennt muss ich also draußen frieren und meine Jacke heizt im Gebäude tüchtig ein. Also stopfe ich meine Sachen in die Hosentaschen. Leicht ausgebeult begebe ich mich in den Saal. Vorher tausche ich noch mit Bernd die Karten, damit er neben seiner Frau sitzen kann, denn ich bin ja alleine dabei.

Das Stück ist super lustig. Hinter mir lachen einige Frauen derart intensiv, dass ich mir echt Sorgen mache. Aber Sie überleben es. Der Titel des Stückes versprach etwas von jungen Beinen. Dabei dachte ich gleich an das legendäre "Moulin Rouge" - denn da gibt es auch viele junge Beine - falsch gedacht - aber viel gelacht.

Mit ausklingenden Applaus begebe ich mich rasch zur Garderobe und erhalte nach wenigen Minuten meine ersehnte Jacke. Darin befinden sich noch Hustenbonbons, die ich vorhin sehr vermisst hatte (keuch! keuch!).

Rückreise

Beim Verlassen des Vorraumes entdecke ich Bodo und andere am Ende einer langen Schlange. Da ich eine eigene Fahrkarte habe, und nicht beim Niedersachsenticket dabei bin, begebe ich mich sofort zum Bahnhof. Es ist reichlich Zeit für mich, aber für die anderen Rotenburger kann es knapp werden. Später erfahre ich, dass sie es noch geschafft haben. Auch Rüdiger und Gabi, mit denen ich gemeinsam zum Zug eile, erreichen ihre Bahn Richtung Winsen.
 
Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Auf dem gefrorenen Boden bildet sich schnell Eis. Gut, dass das Ohnsorg Theater gleich neben dem Hauptbahnhof liegt und wir nur knapp 100 Meter laufen müssen.

Ich genieße die entspannende Zugfahrt nach Tostedt obwohl im Abteil fast alle Plätze belegt sind. Viele vom Glühwein erwärmte Weihnachtsmarktbesucher fahren mit.
Doch dass interessiert mich nicht. Was mir mehr Sorgen bereitet ist das Wetter. Regen klatscht gegen die Zugfenster. Hoffentlich ist es in Tostedt trocken, denn ich habe keinen Schirm und nur eine dünne Jacke mit. Selber schuld -.

In Tostedt angekommen rutsche ich fast auf der Treppe im Zug aus, denn da befinden sich Orale Exkremente (Kotze!). Ich kann gerade noch meinen Fuß zurückziehen. Glück gehabt. Nicht auszudenken was hätte passieren können, wenn ich hier mit meinem Steißbein die Treppe geknutscht hätte. Anders verhält es sich da mit dem Regen, denn der erstreckt sich auch über Tostedt. Die Taxen haben Wartezeiten von einer Stunde. Na ja, so schlittere ich dann halt "per pedes" nach Hause.

wieder daheim
Dort angekommen bin ich stark durchnässt und leicht angefroren.
Die Schlitterpartie habe ich aber ohne Sturz überstanden, was auch mein primäres Ziel war. Also Jacke und Hose über die Heizung und ab aufs Sofa. In aller Ruhe öffne ich mir eine Flasche Bier und freue mich auf die Entspannung. Doch was macht eigentlich Chantal. Also erst mal zum Kind und dann zum Bier.

Chantal ist wach. "Papa, da bist du ja. Ich habe Hunger, was gibt es zu Essen?"


 

Danksagung

Ich bedanke mich bei Christian und Sabina für die gelungene Organisation dieser Tagestour ins Ohnsorg Theater.

Mein Motto des Tages: Wer erlebt, der lebt!

Veranstaltungen
Seite ausdrucken
VfL-Rotenburg (Wümme) e.V.
Copyright © Norbert Neupert Alle Rechte vorbehalten.
aktualisiert am 22.02.2013