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Text: Hans-Joachim Neupert (Perry) Bild: Gesa Noffke
Weihnachtsmärchen 2014
Sonntag, 21.12.2014
Sonnenaufgang: 08:32 Uhr  -  Sonnenuntergang: 16:06 Uhr

Weihnachtsmärchen 2014

Wettervorhersage: 07 Grad Celsius, erst noch trocken, nachmittags einsetzender Sprühregen.

Heute ist der kürzeste Tag. Noch drei Tage, dann ist endlich Weihnachten. Da habe ich schon sehnsüchtig drauf gewartet. Weihnachten ist das bekannteste und größte Fest im Jahr, zumindest für alle Christen und die Vorweihnachtszeit ist angefüllt mit Lichterglanz. Vier Wochen vor Weihnachten beginnt die Adventszeit. Das Wort „Advent“ ist vom lateinischen „aventus“ abgeleitet und bedeutet „Ankunft“, denn gefeiert wird ja die Geburt von Jesus. Der tatsächliche Geburtstag von Jesus ist zwar nicht wirklich bekannt, aber ab dem 3.Jahrhundert gedachten die Christen in Rom mit einer Feier, die sie auf den 6.Januar legten, der Geburt ihres Religionsstifters.

Das Weihnachtsfest wird seit uralten Zeiten gefeiert. Schon die Bewohner von „Atlantis“ und „Mu“ zelebrierten feierlich die Zeit der Wintersonnenwende. Im alten Rom fanden am 25. Dezember die „Saturnalien“ statt, die Feiern zu Ehren des unbesiegbaren Sonnengottes „Saturn“, in Ägypten die Feierlichkeiten zur Geburt des „Horus“, in Vorderasien wurde der Lichtgott „Mithra“ geehrt und im Norden das „Julfest (12 Nächte) abgehalten. Im Volksglauben gewann die Sonne gegenüber den dunklen Mächten, die zu dieser Zeit besonders aktiv waren, an Kraft. Um den abergläubischen und andersreligiösen Kulten zu begegnen, legte Papst Liberius im Jahre 354 das christliche Geburtsfest verbindlich auf den 25. Dezember. Die heidnischen Feuerbräuche wurden in das in Christus angebrochene Weltenlicht, das wahre Licht, umgedeutet. Im deutschen Sprachraum wird Weihnachten seit dem 9.Jahrhundert gefeiert.

Der Name „Weihnacht“ (ze den wihen nahten – zu den heiligen Nächten) geht auf die geweihten Nächte zurück, die „Rauhnächte“, in denen die „bösen Geister“ ausgeräuchert wurden und bis heute werden. Man will es kaum glauben, aber viel Unsinn hat sich im Laufe der Generationen in den Köpfen der Menschen festgesetzt.

An Weihnachten beginnt auch die „Zeit zwischen den Jahren“. Diese treffende Bezeichnung entstand schon vor langer Zeit im Sprachgebrauch der Bevölkerung als Bezeichnung für die „unklaren Tage“. Im Laufe der Geschichte wechselte nämlich der Jahresbeginn zwischen dem 25.Dezember, 1. und dem 6.Januar.

Die zwölf Nächte zwischen Weihnachten (25.Dezember) und dem Dreikönigstag (6.Januar) sind mit reichlich Aberglauben, Spuk und Geistern erfüllt. Der Jahreswechsel gilt im Volksglauben als Hauptzeit für Zauberei und Geisteroffensive. Wie in allen besonderen Nächten des Jahres ist der Übergang vom Geister- zum Menschenreich besonders in diesen 12 Nächten auch für die Bösen Mächte leicht zu vollziehen. Bestimmte Nahrungsmittel dürfen nicht verzehrt werden und es darf vor allem keine Wäsche gewaschen werden und schon gar nicht auf eine Leine gehängt werden, denn damit lockt man den Tod an.

Heute gibt es aber zunächst das große chinesische Bufett und dann das Weihnachtsmärchen im „Ohnsorg Theater“. Das wird ein schöner Tag. Ich schlafe lange, bis 11:00 Uhr, dann schön duschen, erst heiß und dann eiskalt abschrecken, das hält fit und verjagt die Viren und Bakterien. Zum Frühstück muss eine Scheibe Vollkorntoast ausreichen, denn pünktlich um 15:00 Uhr beginnt ja das „Große Fressen“. Aber meine zwei Tassen Jiaogulan-Tee, die genieße ich noch in aller Ruhe. Dieser Tee ist in Deutschland, mit Ausnahme von Sylt, noch ziemlich unbekannt, und er ist auch nicht gerade billig, aber in China und Japan der reinste Jungbrunnen.

In den 70er Jahren suchte eine Gruppe von Biologen in den Urwäldern Afrikas, im Amazonasgebiet und in entlegenen Gebieten Asiens nach einer echten Alternative zu kalorienreichem Zucker. In den südlichen Bergen Zentralchinas, in der Provinz „Guizhou“ stießen die Forscher auf das „Xiancao“-Kraut, dessen Name übersetzt „Kraut der Unsterblichkeit“ bedeutet. Dieser Name und die Tatsache, dass der überdurchschnittliche Anteil an über 100-jährigen auf den dort verbreiteten, regelmäßigen Genuss von „Jiaogulan“-Tee (sprich: „Dschiau-gu-lan“) zurückgeführt wird, ließ die Wissenschaftler hellhörig werden. Für den Jiaogulan-Tee werden die Blätter des Xiancao-Krautes verwendet.

1976 wurden in einem Labor in Japan im Jiaogulan die gleichen Substanzen entdeckt, für die Ginseng berühmt geworden ist: Die Ginsenoside. Jiaogulan enthält sogar noch eine eigene Klasse von Saponinen, die sogenannten Gypenoside. Allein diese Stoffgruppe für sich ist schon als eine Art „Wunderwaffe“ zu betrachten. Sie hindern Pilze am Wachstum, bekämpfen Entzündungen, binden Cholesterin und verbessern dadurch so ganz nebenbei die Blutfettwerte. Eine weitere überaus wichtige Stoffgruppe trägt den Namen „Flavonoide“. Sie sind die Fänger der sogenannten „freien Radikale“.

„Freie Radikale“ nehmen wir mit der Nahrung auf und sie entstehen auch im Laufe diverser Stoffwechselprozesse. Diese Radikale schwirren frei und ungebunden durch unseren Körper und zerschießen dabei wie kleine Kanonenkügelchen unsere Zellen. Um diese Schäden zu beheben, müssen wir mit unserer Nahrung auch möglichst viele Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien, aufnehmen. Diese so wichtigen „Antioxidantien“ wirken natürlich nicht verjüngend im eigentlichen Sinne, sondern sie verlangsamen lediglich den Alterungsprozess.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der „Jiaogulan-Tee“ Blutdruck und Cholesterinwerte positiv beeinflusst, unsere Leistung allgemein steigert, Krebs zumindest hemmt und den natürlichen Alterungsprozess verlangsamt. Jiaogulan hat keinerlei Nebenwirkungen und wirkt auch noch ausgleichend, balancierend. Während Ginseng nur etwa 20 Saponine enthält, sind in den Blättern des Jiaogulan über 80 Saponine nachweisbar. Diese Saponine sind natürliche organische Verbindungen, die u. a. an der Hormonsynthese beteiligt sind.
 

Verschiedene Interessengruppen und Lobbyisten, besonders aus Kreisen der Pharmaindustrie, versuchen ihren eigenen Profit möglichst zu schützen. In der gesamten EU darf der Jiaogulan-Tee deshalb nicht verkauft werden. Es sollte sich aber niemand von umstrittenen Entscheidungen der Politik auf EU-Ebene davon abhalten lassen, diesen Tee einmal zu probieren. Er ist angenehm wohlschmeckend mit einer herben Note. Jiaogulan-Kapseln oder Produkte zur Raumluftverbesserung und Raumluftbefeuchtung sind legal. 2-3 Teelöffel der Blätter mit kochendem Wasser aufgießen, kurz ziehen und dann stehen lassen, bewirkt einen angenehmen Ausgleich zumeist trockener Raumluft und ein behagliches Wohlfühlklima. Und dann kann man das Wasser auch trinken. Am besten 3 Tassen über den Tag verteilt!

Um 13:25 Uhr verlasse ich das Haus und schon wenige Minuten später, auf die Sekunde pünktlich, fährt Bernd mit seinem Bus vor. Auch Wilhelm und seine Frau sind mit an Bord. Überpünktlich erreichen wir den Bahnhof in Tostedt. In der Theaterkarte ist eine HVV Fahrkarte ab Tostedt enthalten. Die Zeit mit angenehmen Fliegern vergeht schnell und auch das Umsteigen in Harburg auf die S-Bahn, Fahrkarten besorgen usw. alles problemlos. Ich brauche mich um nichts kümmern. Das haben alles meine lieben Leute organisiert! Danke liebe Fliegerkameraden!

Das Chinarestaurant „Kaiser-Pavillon“ in Hamburg-Neugraben ist ein ehemaliges Autohaus und an diesem Sonntag sehr gut besucht. Aber wir haben ausreichend Plätze reserviert. Ich persönlich bevorzuge ja die etwas gemütlicheren Lokalitäten z.B. den „Rauchfang“ in Oldenhöfen und natürlich das Restaurant im Hotel „Wachtelhof“. Allerdings gibt es dort kein „Happy Hour Bufett“ für schlappe 12,90 Euro.

Wir sitzen an drei großen runden Tischen und bestellen erst einmal die Getränke. Die meisten wählen ein Bier, ein großes natürlich, das gehört zur deutschen Tradition und Urgemütlichkeit dazu. Ich beginne zunächst mit einer „Pekingsuppe“, dann hole ich mir einen Teller mit ausgesuchten Leckereien, z.B. „knusprige Ente“, Tintenfischringe, Garnelen, Nudeln, Reis, usw., bis der Teller locker gepackt, also randvoll belegt ist.

Der nächste Gang führt mich an das Mongolen-Bufett. Dort gibt es die Delikatessen, alle frisch im Naturzustand. Ich wage kaum zu glauben, was ich da alles sehe. Froschschenkel, Rindfleisch, Schweinefleisch, Huhn, Zebra, Hirsch, Strauß, Känguruh, Pferd, Krokodil, Hai, diverse andere Fischsorten und Muscheln. Schön und gut und absolut lecker. Wir alle an den Tischen genießen das Essen. Der eine oder andere geht drei, vier oder auch fünf mal zum Bufett. Irgendwann ist man dann doch übersättigt. Nichts geht mehr. Doch halt!!! Eis, Eis geht immer. Ich bin auch nicht der einzige, der so denkt. Dieser „Asiate“ ist tatsächlich um Längen besser, als der Laden in der Hamburger Innenstadt.

Gegen 17:00 Uhr fahren wir dann mit der S-Bahn von Hamburg-Neugraben in das Zentrum der Millionenmetropole. Die Fahrt dauert auch nur so ca. 20 Minuten und wir haben jetzt noch rund eine Stunde Zeit, um die dortigen Weihnachtsmärkte unsicher zu machen. Diese Wintermärkte sind unglaublich gut besucht. Man kommt kaum voran und muss aufpassen, dass man die Gruppe nicht verliert. Norbert hätte jetzt am liebsten noch eine Bratwurst verputzt, traut sich aber dann doch nicht. Sein Speicher ist immer noch randvoll. Zu Werbezwecken werden uns kleine Scheiben einer leckeren Salami angepriesen. Da sagen wir nicht nein! Der Sprühregen wird jetzt doch so nach und nach unangenehm und irgendwie wird mir immer kälter. Wir beschließen langsam in Richtung „Ohnsorg-Theater“ zu wandern.


Die Fernsehübertragungen aus dem Hamburger Ohnsorg-Theater habe ich schon als Kind immer sehr gerne gesehen. Aber so „live“ im Theater und „dreidimensional“, das hat doch eine ganz andere Klasse. 25,- Euro für die Eintrittskarte ist nicht zu teuer. Ich sitze in Reihe 11 und habe eine sehr gute Sicht auf die Bühne und dann geht auch schon der Vorhang auf.

Gespielt wird die Komödie „Genug ist nicht genug“ des englischen Schriftstellers Nick Walsh. Der Autor wurde 1946 in England geboren und studierte unter anderem in Hamburg Germanistik und Anglistik. Das Ohnsorg-Theater präsentiert das Stück unter dem plattdeutschen Titel „DE SCHÖÖNSTE DAG IN’T JOHR“. Aufgeführt wird die Geschichte einer Geburtstagsfeier, auf die sich das Geburtstagskind aber gar nicht so richtig freut. Seine Frau Helga ist mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, als nach und nach die Gäste absagen. Übrig bleiben nur Helgas Schwester und ihr Ehemann. Schnell entwickelt sich ein „familiäres Inferno“. Als die ersten Tätlichkeiten sich durchzusetzen scheinen, taucht überraschend auch noch die Mutter von Helga und ihrer Schwester auf. Mit ihrem egozentrischen Eingreifen sorgt sie dafür, dass die Geburtstagsfeierlichkeiten weiter eskalieren...

Die plattdeutsche Sprache stört überhaupt nicht, sondern gibt dem Ganzen noch eine besondere Würze. Als der Vorhang fällt wird viel und lange geklatscht, dann holen wir schnell unsere Mäntel und bewegen uns in Richtung Hauptbahnhof. Der nächste Zug fährt in 20 Minuten. Das schaffen wir doch locker. Der Zug steht schon bereit. Norbert und ich steigen ein. Die Kameraden wollen noch schnell etwas essen und das hat sich dann hingezogen. Außerdem hat Bernd an diesem, schönen Tag Geburtstag und schnell noch mal „einen“ ausgegeben. Hätte ich das bloß vorher gewusst!!! Aber Norbert hatte es eilig, wollte nach Hause, hatte plötzlich „Stalldrang“. Dann stand ich da in Tostedt auf dem Bahnhof, einsam und alleine in der Kälte, umgeben von Dunkelheit. Ich schaue auf den Fahrplan. Der nächste Zug kommt in 25 Minuten. Die Sekunden werden zu Minuten, die Minuten zu Stunden, aber dann rauscht er endlich an, der Zug mit den Fliegerkameraden und wenig später bin ich wieder daheim.

Lieber Bernd, vielen Dank fürs „Kutschen“!!!

Lieber Christian, vielen Dank für die Organisation dieser Weihnachtsfeier. Das hast Du wie immer ganz toll gemacht. Ich freue mich schon auf die nächste Weihnachtsfeier und natürlich auf das Weihnachtsmärchen.

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VfL-Rotenburg (Wümme) e.V.
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aktualisiert am 03.02.2015