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Sonntag, 7. Februar 2016

Rotenburger Rundschau

Flugplatz als Versuchsfeld

Forschungsprojekt mit Drohnen zieht von Hamburg nach Rotenburg
Unter anderem geht es um das Flugverhalten der kleinen Objekte.
Rotenburg (nin). Auf dem Rollfeld des Rotenburger Flugplatzes starten und landen ab demnächst nicht nur die Flugzeuge, sondern auch kleinere Fluggeräte: Denn der Bundesverband für unbemannte Systeme (BUVUS) plant, das Areal als Gelände für Testflüge und damit als Forschungsstützpunkt zu nutzen. Rotenburg wäre damit das erste Versuchsfeld des Verbandes in Norddeutschland.

Hinter dem Weg des BUVUS nach Rotenburg stehen persönliche Kontakte des stellvertretenden Vorsitzenden Jan Hesselbarth. Durch seine Bundeswehrzeit in der Lent-Kaserne war ihm der Flugplatz bekannt, ebenso die Verantwortlichen.

Dass die Entscheidung auf Rotenburg fiel, hat vor allem einen Grund: „Wir sind mit unserer Arbeit sehr auf Hamburg konzentriert“, erklärt BUVUS-Sprecher Matthias Still gegenüber der Rundschau. „Allerdings ist es schwierig, dort Startgenehmigungen für das Stadtgebiet zu bekommen. Rotenburgs Nähe zu Hamburg ist schon ein großer Vorteil – und hier gibt es viel freie Fläche.“

Die Forschungen des BUVUS sollen nach Stills Aussage der Weiterentwicklung des Drohnen-Einsatzes für gewerbliche und zivile Zwecke dienen. „Wir haben mit dem militärischen Bereich nichts zu tun“, betont der Pressesprecher. „Uns geht es um Drohnen, die in der Landwirtschaft und Energiegewinnung sowie für Film- und Fotoaufnahmen als auch für Transporte eingesetzt werden.“ In Rotenburg geht es vor allem um das Flugverhalten – mit und ohne Fracht – der unbemannten, kleinen Flugobjekte. Die Forschungs-Schwerpunkte werden insgesamt in den Bereichen Integration, Verfahren, Sicherheit, Technologie und Luftraum liegen.
„Unbemannte Technologie muss gestärkt werden und bedarf einer konsequenten, überregionalen Forschung“, so Hesselbarth in einer Pressemitteilung. Auch Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber zeigt sich demnach überzeugt von der Technologie und dem Vorhaben: „Für uns alle wird dieser Forschungsstützpunkt eine gute Möglichkeit werden, an einem Entwicklungsprozess zu partizipieren und die Technologie transparent zu erforschen“, so Weber laut Pressemitteilung des BUVUS. „Insbesondere für den Einsatz klein-dimensionierter Multicopter bietet der Rotenburger Flugplatz gute Voraussetzungen.“

Wissenschaftlicher Partner des Projektes ist das Institut für unbemannte Systeme in der NBS Northern Business School in Hamburg. „Für den Flugbetrieb in Rotenburg an der Wümme ändert sich dadurch nichts“, versichert Still.

Erste Projekte würden nach der offiziellen Eröffnung anlaufen – und die ist nicht vor April. Ob der Verband den Flugplatz lediglich für Testflüge ansteuert oder ob er sich dort richtig einrichtet, dazu will sich Still noch nicht äußern.

Werner Meyer, einer der beiden Geschäftsführer des Flugplatzes, versichert zudem: „Der Einsatz von Drohnen wird sich vor allem in einem Gewichtsbereich unter 25 Kilogramm abspielen.“ Somit entstehe keine zusätzliche Lärmbelastung für die Anwohner.

Die Kooperationspartner arbeiten derzeit einen umfassenden Vertrag aus, der auch Sicherheitsaspekte berücksichtigt. „Wir freuen uns auf jeden Fall, dass es alles so schnell geht – von den ersten Überlegungen im Dezember bis zum Start zum April hin.

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VfL-Rotenburg (Wümme) e.V.
aktualisiert am 31.12.2016