Presseberichte
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Oktober/November 2016

Luftsport

Niedersächsische Segelflugmeisterschaften
21.07. - 31.07.2016 in Rotenburg

Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft

Alle Teilnehmer der Meisterschaft
Bereits zum neunten Mal seit 1985 war der Verein für Luftsport e. V. Rotenburg Ausrichter der zehntägigen offenen Niedersächsischen Segelflugmeisterschaften. Wettbewerbsleiter Rüdiger Werner und Sportleiter Christian Rinn hatten bereits im Vorfeld gemeinsam mit ihrer engagierten Mannschaft alle Vorbereitungen getroffen, um einen erfolgreichen und harmonischen Wettbewerbsablauf zu gewährleisten. Für die korrekte Auswertung aller Daten zeichnete zum wiederholten Mal Leon Braunsburger verantwortlich. Diplommeteorologe Thomas Seiler von der Segelflugsportgruppe Bremen sorgte anschaulich für eine zuverlässige Wetterprognose. Der engagierte Segelflieger erstellte aus den unterschiedlichen Wetterberichten und Satellitenbildern, aus Radardaten und Analysekarten die wahrscheinlichste aller Vorhersagen für Rotenburg und die Flugrouten.

Die Niedersächsischen Segelflugmeisterschaften gehören zu gut einem Dutzend von Qualifikationswettbewerben für die Deutschen Meisterschaften 2017. Daher hatten zunächst mehr als 100 Piloten eine Meldung abgegeben. Letztendlich haben 89 Piloten teilgenommen. Während der Flugtage campierten die Teilnehmer mit ihren Teambegleitern, insgesamt fast 250 Personen, auf dem Areal direkt neben dem Vereinshangar. Gestartet wurde, wie immer in Rotenburg möglich, an der Winde. Üblicherweise werden die Segelflugzeuge bei Wettbewerben mit einem Schleppflugzeug in die Luft befördert.

Vier leistungsstarke Doppeltrommelwinden, zum Teil von benachbarten Vereinen, sowie eine einsatzbereite Reservewinde standen zur Verfügung. Die waren auch notwendig, da, abgesehen von der Clubklasse, reichlich Ballastwasser zugetankt wurde. Dank der zahlreichen und motivierten Starthelfer aus Rotenburg waren alle Segelflugzeuge in nur 90 Minuten in der Luft.

Geflogen wurde in 3 Klassen: Clubklasse (mit 34 Teilnehmern am stärksten besetzt). Standardklasse und 15-m-Klasse. Eine beachtliche Anzahl Teilnehmer kam aus anderen Bundesländern. Neben Vertretern der örtlichen Presse berichtete auch „NDR 1 Radio Niedersachsen" mehrmals über die Veranstaltung, und ein NDR-Fernsehteam begleitete den Rotenburger Teilnehmer Jan-Christoph Hirchert über den gesamten 1.Wertungstag. Ein kurzer, aber gut gemachter Film wurde dann zwei Tage später im regionalen Fernsehen präsentiert.

Ganz entscheidend für einen Segelflugwettbewerb sind natürlich die Wetterverhältnisse, und die waren leider nicht an allen Wettbewerbstagen optimal. Am ersten Wettbewerbstag herrschten schönstes Kaiserwetter und gute thermische Bedingungen. In allen Klassen wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 90 und 112 km/h geflogen. Einige Piloten erreichten sogar Durchschnittswerte von mehr als 120 km/h. Leider änderten sich die Wetterverhältnisse in den darauffolgenden Tagen zu Ungunsten der Segelflieger, sodass von 10 möglichen Wertungstagen nur an 3 Tagen Wertungsflüge durchgeführt werden konnten - drei Wertungstage sind das absolute Minimum, um eine Qualifikation zur „Deutschen Segelflugmeisterschaft" zu erlangen!

Die Streckenlängen variierten zwischen 200 bis 360 Kilometer. Die ausgeschriebenen Aufgaben, Typ „Assigned Area Task (AAT) mit 3 Bereichen" und Typ „Vieleck um drei Wegpunkte", wurden von den meisten Piloten erfolgreich gemeistert. Vereinzelt kamen jedoch auch Außenlandungen vor. Um eine Wertung zu bekommen, müssen alle Flugzeuge einer Klasse in der Luft sein. Zudem muss eine Streckenaufgabe von mindestens 100 Kilometern geflogen werden. Hierfür brauchte die Wettkampfleitung in Rotenburg ein sicheres, weit über den Rotenburger Luftraum hinausgehendes „Wetterfenster", und das hat sich eben leider nur an drei Tagen so ergeben. Trotzdem war die Stimmung bei allen Teilnehmern sehr gut, denn in Rotenburg selbst herrschte oft gutes Flugwetter, und viele Teilnehmer nutzten so die Gelegenheit, außerhalb der Wertung einige entspannte Trainingsflüge über der Kreisstadt zu absolvieren. Wenn nicht geflogen werden konnte, gab's Ausflüge in die nähere Umgebung, und auch die Shoppingmeilen in Hamburg und Bremen, die Nordseeküste und der Heidepark waren favorisierte Anlaufpunkte - Langeweile kam jedenfalls nicht auf.

Die Siegerehrung am Samstagabend beendete schließlich die Niedersächsischen Segelflugmeisterschaften in Rotenburg. Bürgermeister Andreas Weber sowie die stellvertretende Landrätin Elke Twesten und Martin Kader von der Bundeskommission Segelflug überreichten nach einem gemeinsamen Abendessen die Urkunden. Auch die Rotenburger Teilnehmer am Wettbewerb waren mit ihren Leistungen mehr als zufrieden. In der Standardklasse kam Jan-Christoph Hirchert auf Platz 21 von 30 Teilnehmern. Eine noch bessere Platzierung erzielte Jonas Schwengler. Er landete bei insgesamt 34 Titelaspiranten in der Clubklasse auf einem sehr guten 14. Rang, wobei alle Platzierungen im ersten Drittel nur wenige Punkte auseinanderlagen. Die Konkurrenz war eben sehr stark und verfügte über weitaus mehr Wettkampferfahrung. Übrigens ist nach Aussagen vieler erfahrener Wettbewerbspiloten der große Flugplatz in Rotenburg durchaus auch für höhere Aufgaben geeignet.

Vier Winden und viele motivierte Helfer brachten 89 Flugzeuge in nur 90 Minuten in die Luft

Alle Teilnehmer der Meisterschaft

Clubklasse:
1 DB Werner Rodi 2.612 Punkte LSV Burgdorf
2 CN Marcel Reuber 2.608 Punkte LSV Burgdorf
3 DF Benedikt Schmidt 2.436 Punkte LSC Forchheim
3 G1 Lars Andree 2.436 Punkte LSV Stade
Standardklasse:
1 TW Oliver Knischewski 2.478 Punkte LSC Erftland
2 28 Freddy Hein 2.470 Punkte LSV Burgdorf
3 OK Jan Knischewski 2.467 Punkte LSC Erftland
FAI 15-Meter-Klasse:
1 77 Hans Martin Tronnier 2.558 Punkte AC Braunschweig
2 S Michael Pfennig 2.501 Punkte LFV Greven
3 4Z Stefan Lichtmannecker 2.487 Punkte Landshuter FC
Weitere Ergebnisse und viele Fotos unter: www.vfl-rotenburg.de
Text: Hans-Joachim Neupert
Fotos: Norbert Neupert

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VfL-Rotenburg (Wümme) e.V.
aktualisiert am 01.01.2017