Schwälmer Allgemeine 10.07.2025
Segelkunstflugwoche
Segelkunstflugwoche in Ziegenhain: Mit dem Schleppflugzeug in die Luft
ln diesen Tagen ist am Himmel überder Schwalm einiges los. 26 Flieger nutzen die von der Flugsportvereinigung Schwalm ausgerichtete Segelkunstflugwoche, um sich aus- und fortzubilden. Noch bis Sams- tag werden die Segelflieger in 1200 Meter Höhe ihre Runden über der Wasserfestung Ziegenhain drehen. Auf dem Programm stehen Rückenflug, Rollen und Loopings. DamitdieSegelflugzeuge in die Luft kommen, ist Jan-Niklas Hild aus Bad Nauheim am Start. Mit dem Schleppflugzeug vom Typ PZL104 Wilga zieht er die Segelflugzeuge nach oben.
jg Foto: Jörg Döringer » SEITE 9
Rückenflug, Rollen und Loopings
Segelflugkunstflugwoche: Zweifacher Weltmeister gibt ein Wissen weiter
Schwalmstadt - Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Wer kennt ihn nicht, den Klassiker von Reinhard Mey. Segelflieger kommen dieser Idealvorstellung wohl schon sehr nahe, da sie geräuschlos durch den Himmel gleiten. Nicht nur geradeaus, sondern mit vielen Kurven fliegen in dieser Woche einige Segelflieger in Ziegenhain. Es ist wieder Segelkunstflugwoche. „Die Faszination beim Segelfliegen ist, ohne Motor zu fliegen, im Einklang mit der Natur“, sagt Lehrgangsteilnehmer Andreas Hutfiels aus Niederkleen.
In diesem Jahr hat die Flugsportvereinigung Schwalm zur 24. Auflage ihrer Segelkunstflugwoche Kunstflieger und jene, die es werden wollen, in die Schwalm eingeladen. Der Lehrgang ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Piloten gedacht und stellt eine hervorragende Gelegenheit dar, die Fähigkeiten im Segelkunstflug zu erwerben und zu vertiefen.
Der Ort der Veranstaltung ist das Segelfluggelände „Der Ring“ in Ziegenhain. Zum anspruchsvollen Programm zählen der tägliche Flugbetrieb mit qualifizierten Fluglehrern und Trainern, der theoretische Unterricht, die individuelle Zielsetzung zu Lehrgangsbeginn, das individuelle Coaching sowie das tägliche ausführliche Briefing und Debriefing.
Mit dem Hochleistungskunstflugzeug vom Typ Marganski Fox können auch schwere Übungen geflogen werden. Im Bild Helge Schulz zur Wiesch (links) aus Hannover und Andreas Hutfiels aus Niederkleen.
Zweifacher Weltmeister: Moritz Kirchberg mit seiner Pilatus B4, die in der Schweiz gebaut wurde.
Peter Schenk aus Ziegenhain mit einem Segelflieger DFS Habicht vom OSC Wasserkuppe
Der Neusser Flieger Udo Giritsch sitzt in einem Motorsegler SF25C
Die Ziegenhainer Kunstflugwoche begann traditionell mit Begrüßung und Briefing am Sonntagabend und endet mit einer Abschlussfeier am kommenden Samstag. Der eigentliche Lehrgang startete am Montag und geht bis Freitagabend, am Samstag sind in der Regel Prüfüngsflüge beziehungsweise Flüge für die Leistungsabzeichenvorgesehen.
Am Lehrgang nehmen diesmal 26 Teilnehmer aus ganz Europa teil. Jüngster Teilnehmer ist Moritz Sebastian Wandmacher aus Jeersdorf mit 17 Jahren; ältester Teilnehmer ist Hans-Joachim Neupert aus Rotenburg (Wümme) mit 70 Jahren. Insgesamt sind 35 Helfer aktiv bei der Kunstflugwoche.
Die Kunstflugberechtigung ist ein begehrter Eintrag in der Pilotenlizenz. Aber nicht nur das - viele Piloten sehen den Erwerb der Kunstflugberechtigung auch als Sicherheitsgewinn.
Mit zwei Schulflugzeugen vom Typ ASK 21, die für den Kunstflug zugelassen sind, machen die Kunstflugschüler ihre ersten Erfahrungen im Rückenflug, Rollen und Loopings. Nach einigen Übungsflügen werden die Figuren schwieriger. Wenn der Fluglehrer sein Okay gegeben hat, können die Lehrgangsteilnehmer dann auch alleine fliegen.
Spätestens am Freitag oder Samstag müssen die Kunstflieger ein festgelegtes Prüfüngs-programm vorfliegen. Die talentiertesten und fortgeschrittensten Schüler können dann noch ein erstes Leistungsabzeichen in Bronze für den Segelkunstflug erfliegen. Mit einem Hochleistungskunstflugzeug vom Typ Marganski Fox, dem sogenannten Hessenfox, können gefahrlos Grenzflugzustände mit einem erfahrenen Trainer geübt werden.
Das erfahrene Fluglehrerteam gibt den zukünftigen Kunstfliegem das Rüstzeug für Karriere und Wettbewerb mit. Die Flughöhe beträgt 1200 Meter über dem Boden bei den Flügen. „Wir haben beim aktuellen Lehrgang sogar den zweifachen Weltmeister Moritz Kirchberg als Fluglehrer mit am Start“, berichtet Lehrgangsleiter Martin Schmerer von der FSV Schwalm.
Besucher können das bunte Treiben sehr schön vom Damm der Schwalm am Flugplatz beobachten. Während der Kunstflugwoche wird es wieder vermehrt zu An- und Abflügen von Motorflugzeugen kommen. Um dabei die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten, müssen die Schleppflugzeuge bestimmte und wechselnde Routen einhalten.
Fluginteressierten steht die Flugsportvereinigung auch außerhalb der Kunstflugwoche mit Schnupperkursen und Einführungsflügen während der Saison zur Verfügung. Mehr unter fsv-schwalm.de.
JÖRG DÖRINGER
Dieser Artikel ist auch online erschienen
Vereinsbericht zur 24. Ziegenhainer Kunstflugwoche
